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Reformen und neue Herausforderungen





Am deutlichsten haben die umfangreichen bildungspolitischen Reformen der 70er-Jahre und auch seither das heutige österreichische Schulsystem beeinflusst. Ziel der Reformen war es einerseits, möglichst vielen Menschen höhere Bildung zugänglich zu machen und andererseits, das schulische Leben zu demokratisieren. Die Öffnung wurde unter anderem dadurch erreicht, dass heute alle Schülerinnen und Schüler ihre Schulbücher fast kostenlos erhalten.

Die Fahrten zur Schule werden zu einem großen Teil vom Staat bezahlt, eine Selbstbeteiligung wird jedoch seit Mitte der 90er-Jahre eingefordert.

So sehr der Zustrom zu Höheren Schulen begrüßt wird, so schwierig und problematisch beginnt die Situation für die Hauptschulen zu werden. Sie ist die dominierende Schulform der 10- bis 14-jährigen auf dem Land und läuft Gefahr, zu einer „sozialen Restschule" zu verkommen. „Eliten" besuchen ab dem 10. Lebensjahr die Gymnasien in den Städten. Auch der Ausländeranteil in den Hauptschulen ist unvergleichlich höher als in den Gymnasien. Mit einem „System der Brücken und Übergänge" werden Übertritte zwischen den verschiedenen Schultypen ermöglicht, so dass einmal getroffene Bildungsentscheidungen auch wieder umgestoßen werden können. Ihr Überleben bzw. ihren Standard versuchen manche Hauptschulen durch Spezialisierung und Schwerpunktsetzung zu erreichen (Zeichen-, Musik-, Sporthauptschulen).

Alle diese bildungspolitischen Maßnahmen haben einen deutlichen Anstieg des Bildungsniveaus seit den 70er-Jahren bewirkt, so dass heute bereits ein Drittel der österreichischen Jugendlichen eine höhere Schule besucht und die Zahl der Studierenden sich seit 1970 verdreifacht hat. Das Gefälle zwischen Stadt und Land hat sich deutlich verringert, in einem Umkreis von ca. 18 Kilometern ist - statistisch gesehen - für jeden Österreicher eine höhere Schule erreichbar.

Die Öffnung brachte aber auch viele Problemfelder zutage: jeder dritte Schüler an einer höheren Schule nimmt regelmäßig Privatstunden (sogenannte „Nachhilfestunden"), jeder zweite fallweise. Die Zeitgemäßheit des Lernstoffes und seine „Europareife" sind auch unter Fachleuten umstritten. In besonderer Weise trifft dies auf das Fach Latein zu, das von den einen als unverzichtbarer Bestandteil eines umfassenden humanistischen Bildungsideals beschworen, von anderen als überflüssiger Ballast und als unzeitgemäß zugunsten einer lebenden Fremdsprache abgelehnt wird.

Eltern und Schülern ist heute das Recht eingeräumt, auf verschiedenen Ebenen das

schulische Leben mitzubestimmen. Jede höhere und mittlere Schule wählt z. B. einen sogenannten Schulgemeinschaftsausschuss, in dem Lehrer, Eltern und Schüler zu je einem Drittel vertreten sind und mit demselben Stimmrecht Fragen der Schule beraten. Eine der schwierigsten Herausforderungen an die Schule ist zur Zeit wohl die Frage der Integration einer ständig steigenden Zahl von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache (vor allem aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien) in das österreichische Schulsystem. Die langgeübte Praxis, sie einfach in Sonderschulen abzuschieben, wird durch verschiedene Modellversuche (Zusatzunterricht Deutsch als Fremdsprache, Begleitlehrersystem, gemeinsamer und getrennter Unterricht, muttersprachliche Betreuung usw.) allmählich überwunden. Zufriedenstellende Lösungen konnten aber noch nicht gefunden werden. Für ausländische Kinder, die sich länger als ein halbes Jahr im Land aufhalten, gelten die österreichischen Schulbestimmungen (d. h. zum Beispiel 9 Jahre Schulpflicht, auch wenn diese im Heimatland kürzer sein sollte, aber auch alle Fördermaßnahmen wie z. B. kostenlose Schulbücher). In Wien und Vorarlberg gibt es bereits Pflichtschulen mit einem Ausländeranteil von 60-90 %.

Ein weiteres Problem betrifft den „neuen Analphabetismus", d. h. die Tatsache, dass immer mehr junge Menschen trotz Schulpflicht Schreib- und Leseschwierigkeiten haben.

Eine Herausforderung der besonderen Art ist auch die zunehmende Bedeutung der Internationalisierung des Bildungswesens, besonders der Schulen und Universitäten. Partnerschaften, verstärkter Fremdsprachenunterricht und Auslandsaufenthalte für Schüler und Studenten werden sowohl vom Staat als auch von privaten Sponsoren gefördert.

Glossar

Allgemeinbildung- Erziehungsprinzip der österreichischen Gymnasien: durch ein breites Angebot vieler unterschiedlicher Unterrichtsgegenstände soll eine allgemeine Ausbildung vermittelt werden, die die Schüler befähigt, alle Fachrichtungen an den Universitäten zu studieren.

Ganztagsschule - eine in Österreich relativ wenig verbreitete Schulform, in der die Kinder den ganzen Tag in der Schule bleiben, dort essen, lernen und Hausaufgaben machen, der Schultag endet hier jeden Tag erst am Abend.



Gegenstand - österreichischer Ausdruck für Unterrichtsfach.

Matura - Abschlussprüfung der österreichischen höheren Schulen, die zu einem Studium an einer Universität berechtigt.

Musikschule - österreichweit organisierte Bildungseinrichtungen, die für Interessierte eine Ausbildung in Instrumentalmusik, Gesang und Musiktheorie anbietet; für die Ausbildung müssen (relativ niedrige) Studiengebühren bezahlt werden.

Volkshochschule - die größte österreichweit organisierte Institution der Erwachsenenbildung, in der gegen Studiengebühren Kurse unterschiedlichster Richtungen angeboten werden.

 

Nationale Besonderheiten der Österreicher

Einige Thesen zu Österreich und den ÖsterreicherInnen

Österreich - ein sozial orientierter Staat

Wenn man versucht, die soziale Lage eines Staates zu analysieren, ist es unerlässlich, einen Ausgangspunkt dieser oder jener sozialen Politik zu finden.

Der heutige Status des sozial orientierten Staates hat Österreich Bruno Kreisky zu verdanken. Die „Ära Kreisky" kann man als Blütezeit Österreichs bezeichnen.

Studium, Schule, Bildung

· In Österreich müssen sich Studenten ihr Studium selbst organisieren - sie

müssen Verantwortung übernehmen.

· In Österreich studiert man relativ lange (etwa von 19/20 bis 26/27). Eine

Studiendauer von 14 Semestern ist normal.

· An den Unis in Österreich gibt es keinen Numerus Clausus und auch keine

Aufnahmeprüfungen (außer in Fächern wie Sport, Kunst, Musik...)

Arbeit

· Auch in Österreich hat sich in den letzten Jahren die Situation am Arbeitsmarkt sichtlich verschlechtert, die Zahl der Arbeitslosen steigt.

· Viele Menschen wechseln ihre Arbeit immer öfter. Früher war es oft üblich, lange in einer Firma zu arbeiten. Das wird in Zukunft sicher eher die Ausnahme. Von den Arbeitnehmern wird immer mehr Flexibilität erwartet.

· Viele Firmen bieten in letzter Zeit nun mehr freie Dienstverträge, d.h., man ist nicht mehr bei der Firma fix angestellt, man muss sich selber versichern. Im Wesentlichen hat man dadurch mehr Freiheit und viele soziale Nachteile (z.B. kein Pensionsanspruch).

· Nur wenige Menschen arbeiten in der Pension weiter.

Zeitbegriffe

· In Österreich beginnt und endet alles früher. Ladenöffnungszeiten, Arbeitsbeginn,

Schulbeginn... Man geht früher schlafen und steht früher auf. Kleinkinder

gehen sehr bald schlafen. Das "Betthupferl" ist schon um 17.55 im

Fernsehen!

· In Österreich sind alle Geschäfte am Sonntag und an Feiertagen

geschlossen. Die meisten Geschäfte schließen am Samstag schon zu Mittag,

nur einige große Lebensmittelgeschäfte haben bis 17.00 geöffnet. Unter der

Woche sind die Geschäfte bis 18.00 geöffnet, Lebensmittelgeschäfte an

manchen Tagen auch bis 19.30.

· Österreicher bemühen sich zwar um Pünktlichkeit, sind aber trotzdem oft

fünf Minuten verspätet. (Die Deutschen sind da viel genauer.)

Telefon

· In Österreich sind Ortsgespräche per Telefon nicht kostenlos, darum

telefonieren Österreicher viel weniger als in Russland. Nach 21.30-22.00

ruft man in Österreich niemanden mehr an (außer sehr gute Freunde,

Studenten).

· Handys (Mobiltelefone) sind relativ billig geworden in den letzten paar

Jahren. Fast jeder Österreicher besitzt bereits ein Handy und es

werden noch immer mehr.

· In den letzten Jahren hat man die Möglichkeit aus einer Menge privater

Festnetzanbieter zu wählen, und so viel billiger zu telefonieren als über

die Telekom Austria (Post).

Fernsehen

· In Österreich sieht man viel weniger fern. Wenn Besuch kommt, wird der

Fernseher abgeschaltet (unhöflich!). Insgesamt gibt es weniger

Fernsehgeräte in jeder Wohnung.

„Offensichtliches"

· In Österreich legt man weniger Wert auf Äußerlichkeiten; z. B. auf Kleidung,

Make-up, Frisuren etc.

· In Österreich schminken sich Frauen viel weniger - Natürlichkeit wird

bevorzugt. Beim Fortgehen sieht man allerdings v.a. bei jüngeren Mädchen

sehr viel Glimmer und Glitzer und ein Trend geht in Richtung Metallic-

Farben.

Geld

· In Österreich ist nicht so viel mit Geld oder über Beziehungen machbar,

zumindest nicht so direkt...

· In Österreich sind Wasser, Gas, Strom und Heizung sehr teuer.

· In Österreich sind die Betriebskosten (Heizung, Strom, Wasser, Gas...) viel

höher als in Russland.

· In Österreich ist das Einkommen höher.

Dienstleistungen

· In Österreich sind Verkäufer/Verkäuferinnen höflicher als in Russland, weil sie Angst vor der Konkurrenz haben - Dienstleistungen funktionieren besser.

· In Österreich gibt es relativ wenige Probleme ein Produkt, das schadhaft ist oder mit dem man nicht zufrieden ist, zu reklamieren (umzutauschen oder das Geld zurückzufordern).

Eltern, Kinder

· In Österreich werden Kinder früh zur Selbstständigkeit erzogen. Der Trend, "Wunderkinder" zu erziehen, geht zurück.

· In Österreich lernt der Großteil der Kinder ein Musikinstrument. Dafür zeichnen und malen sie nicht so viel.

· In Österreich helfen die Eltern ihren Kindern weniger als in Russland (z.B. auf die Enkelkinder aufpassen, Probleme für die Kinder lösen...).

Mann, Frau - Liebe, Beziehung

· In Österreich sind die Frauen emanzipierter als in Russland. Viele Männer bedauern das, weil sie sich so auch umstellen müssen.

· In Österreich gibt es relativ wenige Kavaliere der alten Schule.

· Die österreichischen Männer: Macho oder Weichei? Sie haben es wirklich nicht leicht, es den Frauen recht zu machen...

· In Österreich heiratet man viel später/seltener und auch Kinder bekommt man viel später (durchschnittlich 1,4 Kinder), Dadurch gerät die Bevölkerungsstruktur aus dem Gleichgewicht (immer mehr alte Menschen, immer weniger junge).

Jugend

· In Österreich sind Jugendliche problembewusster/kritischer. Sie diskutieren gerne über verschiedene gesellschaftliche und politische Probleme und haben (meist) eine klare Meinung, die sie vertreten.

· In Österreich haben viele Jugendliche relativ viel Geld zur Verfügung (Taschengeld, selber erarbeitetes Geld - durch Teilzeitarbeit oder Arbeit in den Ferien). Sie sind daher ein interessantes Zielpublikum für die Wirtschaf t und diese reagiert dementsprechend darauf.

Öffentliches Leben (Versicherungen)

· In Österreich haben alle Menschen mehrere Versicherungen, z.B. Haushaltsversicherung, Kfz-Haftpflichtversicherung (Auto), Rechtsschutzversicherung...

· In Österreich bekommen alle Menschen, die sozial versichert sind, eine gute ärztliche Behandlung. Einen Großteil der Kosten bezahlt die Versicherung.

Gesundheit

· In Österreich ist den Leuten ihre Gesundheit sehr wichtig: Man geht z.B. zweimal jährlich zum Zahnarzt zur Kontrolle. Außerdem hat man einen eigenen Impfpass.

· Es wird sehr viel in der Prophylaxe (Erhaltung der Gesundheit, Vermeidung von Krankheiten) getan, d.h. der Arzt hat oft auch die Funktion eines "Gesundheitsberaters".

Wohnen

· In Österreich hat man mehr Platz zum Leben (Wohnungen) - es leben nicht so viele Menschen in einem Haushalt.

· Es gibt keine Kommunalwohnungen. Studenten leben in WG's (Wohngemeinschaften), weil das billiger kommt.

· Sehr viele Österreicher mieten ein Leben lang eine Wohnung.

· Viele Österreicher bauen ein Haus im Grünen oder kaufen ein Reihenhaus.

· Dafür nimmt man bei der Bank Kredite mit einer langen Laufzeit.

Umwelt

· In Österreich spielt Umweltschutz eine große Rolle, daher ist in Österreich die Umwelt relativ sauber.

Fortgehen

· Viele Österreicher gehen gerne zu Mittag in ein Restaurant essen oder am Nachmittag in ein Kaffeehaus.

· Oft trifft man sich mit seinen Freunden im Kaffeehaus (oder in einem Lokal), seltener zu Hause.

"Nationalcharakter" - Klischees, Vorurteile

· Die Österreicher haben manche andere Charaktereigenschaften1, pünktlich, demokratisch, oft unzufrieden, nehmen ihre Arbeit sehr (zu?) ernst,...

· Österreicher sind nicht so gastfreundlich - wenn man "zu einem Kaffee" eingeladen wird, dann bekommt man wirklich nur einen Kaffee und einen Kuchen oder Keks dazu.

· Österreicher sind sehr ungeduldig. Sie stellen sich nie um etwas an, ohne die Nerven zu verlieren oder zu nörgeln.

· Österreicher geben sich ständig die Hand (beim Begrüßen und Verabschieden).

 

Regionale Bräuche werden von Vereinen in ganz Österreich aufrechterhalten. Bräuche umfassen vor allem Musik, Tanz, Theater, Dichtung, Schnitzerei und Stickarbeiten. Eine große Anzahl von lokalen Bräuchen und Riten steht in Zusammenhang mit den Jahreszeiten.

Eine lange Tradition hat in Österreich neben der Musik und den Tänzen die traditionsreiche Textilindustrie. Stickerei findet in der Verzierung von Trachten Verwendung wie bei Dirndl und Loden.

Feiertage und Feste

Auf Grund der stark katholisch geprägten Geschichte sind die meisten Feiertage auf Bundes- sowie Landesebene religiöse Feiertage, wobei in den einzelnen Bundesländern die Namenstage der Landespatrone als Landesfeiertage begangen werden. Eine Ausnahme davon ist Kärnten, wo die Volksabstimmung von 1920 auch zum gesetzlichen Landesfeiertag erklärt wurde, Zusammen mit allen Sonntagen gelten die Feiertage als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung. Gemeinsame Feiertage sind Neujahr, Heilige Drei Könige, Karfreitag, Ostermontag, Staatsfeiertag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, Maria Himmelfahrt, Allerheiligen, Maria Empfängnis, Christtag, Stefanitag und Silvester. Der Nationalfeiertag findet am 26. Oktober statt, dem Tag der gesetzlichen Beschlussfassung der immerwährenden Neutralität im Jahre 1955.

Zudem steht es jeder religiösen Gemeinde frei, ihre eigenen Feiertage zu begehen und Angehörige lassen ihre Arbeit an dem Tag ruhen. Neben den religiös motivierten Feiertagen gibt es eine Vielzahl lokaler Feste. So haben im Sommer besonders im ländlichen Raum Zeltfeste Tradition. Auch regelmäßig stattfindende Musikfestivals der Hoch- und populären Kultur besitzen ein bestimmtes Ausmaß an Festcharakter. Einen hohen Stellenwert in der Festkultur nimmt die Ballsaison ein, die mit den Maturabällen der Mittleren Schulen oft schon im November beginnt, und wiederholt finden auch noch nach Aschermittwoch Vereinsbälle statt. Als ein Höhepunkt der Ballsaison ist besonders der traditionelle Wiener Opernball zu sehen

Küche

Bedingt durch die österreichische Geschichte, haben vor allem Kochkünste aus Ungarn, Böhmen, Italien und Frankreich Einfluss auf heute typisch österreichische Gerichte gehabt. Vervielfältigt wird das Angebot durch traditionelle regionale Kochkunst aus den Bundesländern. Typische Gerichte sind das Wiener Schnitzel, Backhendl, Brathendl, Gulasch und Fischgerichte wie Karpfen und Forelle. Weltweite Bekanntheit haben Süßspeisen erlangt, so zum Beispiel die Sacher-Torte, der Apfelstrudel und der Kaiserschmarrn.

Gastronomie

Im Ausland verbindet man mit Österreich immer Vorstellungen von gutem und vielem Essen. Jeder weißt, dass man in Österreich gut essen und gut trinken kann. Aber wirklich nicht alle Österreicher sind solche Phäaken, wie der „liabe Herr Josef“ Weinhebers Gedicht.

Als „Wiener Küche" hat die österreichische Küche Weltruhm erlangt. Noch heute ist sie ein kulinarisches Spiegelbild nationalen Küchen aller Länder des Habsburgerreiches. Aus allen Teilen der Monarchie brachten KöchInnen neue Rezepte, neue Nuancen, neue Gewürze, neue Zutaten und neue Kombinationen nach Wien. Dort wurden die Rezepte modifiziert assimiliert. Heute gilt die „Wiener Küche“ für das ganze Land, obwohl natürlich auch die Bundesländer „ihre Spezialität haben„.


Der Phäake

(bei Homer Angehöriger eines sorglos lebenden, genussfreudigen Volkes auf einer griechischen Insel; hier. jemand, der Leben nur genießen will.)

Ich hab sonst nix, drum hab ich gern ein gutes Papperl, liebe Herrn: Zum Gabelfrühstück gönn ich mir ein Tellerfleisch, ein Krügerl Bier, schieb an und ab ein Gollasch ein, (kann freilich auch ein Bruckfleisch sein), ein saftiges Beinfleisch, nicht zu fett, sonst hat man zu Mittag sein Gfrett. Dann mach ich - es is eh nicht lang mein Gsundheitsgang, geh übern Grabn, den Kohlmarkt aus ins Michaeler Bierwirtshaus, Ein Hühnersupperl, tadellos, ein Beefsteak in Madeirasoß, ein Schweinspörkelt, ein Rehragout, Omletts mit Champignon dazu hernach ein bissele Kipfelkochund allenfalls ein Torterl noch, zwei Seidel Göß - zum Trinken mag ich nicht viel nehmen zu Mittag -ein Flascherl Gumpolds, nicht zu kalt, und drei, vier Glaserl Wermuth halt. Damit ichs recht verdauen kann, zünd ich mir mein Trabukerl an und lehn mich z'rück und schau in d'Höh. bevor ich auf mein Schwarzen geh. Wann ich dann heimkomm, will ich Ruh, weil ich ein Randerl schlafen tu, damit ich mich, von zwei bis vier, die Decken über. rekreier „Ziu" Jausen geh ich in die Stadt und schau, wer schöne Stelzen hat, ein kaltes Ganserl, jung und frisch, ein Alzerl Käs, ein Stücki Fisch. weil ich so früh am Nachmittag nicht schon was Warmes essen mag. Am Abend, muss ich Ihnen sagn, eß ich gern leicht. wegn meinen Magn, Hirn in Aspik, Kalbsfrikassee, ein kleines Züngerl mit Püree. Faschierts und hin und wieder wohl zum Selchfleisch Kraut, zum Rumpsteak Kohl,erst später dann, beim Wein zur Not. ein nett garniertes Butterbrot,Glaubn S' nicht, ich könnt ein Fresser wern,ich hab sonst nix. drum leb ich gern, kein Haus, kein Auto, nicht einmal ein G'wehr im Überrumplungsfall. Wenn nicht das bissel Essen war (Die Stimme des Volkes:)Scgn S', deswegn ham S' nix, liaber Herr!

Erklärungen:

nix: nichts

Papperl: Essen

Gabelfrühstück: kleine Mahlzeit am Vormittag

Gollasch: Gulasch

Bruckfleisch: Speise aus Rindfleisch und Innereien (Leber, Herz, Milz)

Beinfleisch: spezielle Sorte von gekochtem Rindfleisch

Gfrett: Ärger mehr auf Mittag

Grabn, Kohlmarkt: Geschäftsstraßen in der Wiener Innenstadt

Schwienspörkelt: Speise aus Schweinfleisch

Kipfelkoch:Mehlspeise aus Kipferln, Äpfeln und Rosinen

Torterl: Torte

Gös: Biersorte aus Gös (Steiermark)

Gumpolds: Wein aus Gumbolds-kirchen

Trabukerl: Zigarrensorte

Der Schwarze: hier schwarzer Kaffe, Mokka

Randerl: ein bisschen

Jause: Zwischenmahlzeit, Imbiß

Stelze: Unterschenkel des Kalbs und des Schweins

Alzerl: ein wenig

Magn: Magen

Züngerl: Zunge

Faschierts: Hackfleisch

Selchfleisch: geräuchertes Schweinefleisch

garniert:belegt

wern: werden

G`wehr: Gewehr

Segn S`: Sehen Sie

liab: lieb

Wien - gastlich-köstlich

Sie müssen einfach davon gekostet haben: Apfelstrudel, Indianer mit Schlag, Sachertorte. Milchrahmstrudel. Marillenknödel. Nußkipferl, Palatschinken, Topfenknödel mit Zwetschkenröster... Die „Mehlspeis", die Patisserie in Wien, gilt weit und breit als die absolut beste. Weshalb die Jause, anderswo bloß „Kaffee und Kuchen" am Nachmittag, in Wien eine besonders beliebte Mahlzeit ist.

Die Wiener Küche ist nach wie vor die Küche der alten Donaumonarchie, ergänzt um einige Internationale Speisen Natürlich können Sie hier ein Steak bestellen, aber ein Tafelspitz. mit Gerösteten und Apfelkren wird Ihnen unvergesslich bleiben. Sie finden zwar auch Bouillon auf der Speisekarte, aber eine Grießnockerl- oder eine Lungenstradelsuppe sind eine echte Delikatesse. Auch beim bekannten Wiener Schnitzel liegt der Genuss nicht in der Raffinesse, sondern einfach in der Qualität der Küche begründet.

Man isst überall! gut in Wien: Im einfachen Gasthaus, auch Beisel genannt, kann man Lokalkolorit und Volksseele studieren, im vornehmen Restaurant wird zwischen echten Antiquitäten gepflegte Gastronomie zelebriert. Und vor allem abends kommt dazu noch der Würstelstand, an dem Opernbesucher wie Machtschwärmer ihre „Heiße" verzehren.

Im Sommer stellen viele Wirte ihre „Schanigarten" auf die Gasse, wo man im Freien sitzen kann: im Winter bieten Maronibrater auf ihren kleinen Ofen frisch geröstete Edelkastanien» (Maroni) an. Und im Wiener Kaffeehaus, dieser Oase im Großstadtleben, ist man „nicht zu Hause und doch nicht an der frischen Luft, wie ein Literat ironisch feststellte. Dort bestellt man übrigens nicht einfach Kaffee, sondern lässt sich einen „Kleinen Braunen", „Einspänner", „Türkischen" oder eine „Melange" servieren. Wie man auch nicht einfach den Kellner, sondern den „Herrn Ober" ruft Auch wenn man nur Zeitungen oder ein zweites Glas Wasser nachbestellt.

Die Österreicher essen jetzt - einem Trend der Zeit folgend - gesundheitsbewusster als noch vor einem Jahrzehnt. Zum Frühstück essen sie z.B. weniger süßes Gebäck, Kuchen oder Butter, dafür aber mehr Joghurt, Käse, Wurst und Margarine. Zu Mittag verzichten viele auf Suppen und essen auch weniger Schweinsbraten und Geselchtes. Auch trinken sie weniger Wein und Limonaden als früher, stattdessen aber bedeutend mehr Mineralwasser. Vor allem essen sie neuerdings sehr viel frisches Obst und Gemüse.

Dennoch hält die große Mehrheit der Österreicher an liebgewonnenen Essgewohnheiten fest und isst mit Vorliebe altbewährte Speisen. richtige Hausmannskost Ausländische Gerichte sind nicht sehr gefragt.

Alles in allem hat das Essen bei den Österreichern einen hohen Stellenwert. Gut zu essen und gut zu trinken, ist für 52 % der Erwachsenen wichtiger als etwa Reisen, Mode, Bekleidung und Sport.

Ein interessantes Detail am Rande: das Essen vollzieht sich in Österreich überwiegend im häuslichen Milieu, meist im Kreis der engeren Familie mit Gästen geht man allerdings lieber ins Restaurant.

Hinweise für Gourmets.

Das Beisel.

In Wien heißt ein kleines Gasthaus auch „Beisel". Es ist ein beliebter Treffpunkt aller Altersgruppen, oft auch Sitz und Stammlokal von Sportvereinen und Freizeitclubs.

In den Beisel bekommt man im Allgemeinen gute Hausmannskost zu angemessenen Preisen. Warme Küche gibt es von 12-14und von 18-20 Uhr.

Zum Trinken: Neben Mineralwasser und alkoholfreien Getränken sind meist nur eine Sorte Bier, aber mindestens je zwei Weiß- und Rotweinsorten erhältlich. Den Wein trinkt man offen. zu Achteln oder Vierteln oder auch ..gespritzt". (Das ist 1/81Wein mit 1/81 Sodawasser.) Bier bekommt man in Flaschen oder offen: ein „Seidel" ist 1/3 1 ein „Krügel" ist½ 1. Der Österreicher gibt ungefähr 10 % Trinkgeld.

Der Würstelstand.

Was in Italien die Pizza, in Amerika der Hamburger, in England Fish und Chips ist, das ist in Österreich die Wurst. Am Würstelstand kann man im Stehen eine Wurst essen: z.B. die fette und billige Burenwurst, die sogenannte „Haaße" (= Heiße), die besonders in Wien beliebt ist; Bratwurst, Frankfurter; Leberkäse.

Das Kaffeehaus

Besonders in Wien ist das Kaffeehaus ein traditioneller Treffpunkt. Hier kann man stundenlang bei einem Kaffee sitzen, Zeitung lesen, mit jemandem plaudern, Schach, ja sogar Billard spielen.

Kaffeespezialitäten:

Моkkа = schwarzer Kaffee

Kleiner Brauner = kleine Tasse Kaffee mit einem Schuss Milch

Großer Brauner = große Tasse Kaffee mit etwas Milch

Melange = Kaffee mit Milch

Schale Gold = Kaffee. etwas heller, goldbraun

Einspanner = Glasbecher mit heißem Mokka und Schlagobers

Eiskaffee = Vanilleeis mit kaltem Mokka und Schlagobers mit Wafferl

Türkischer = Kaffee auf türkische Art im Kupferkännchen gekocht, mit

kleiner Schale heiß serviert

Erklärungen:

köstlich delikat, exzellent, appetitlich

die Sachertorte. -n eine berühmte Schokoladetorte aus dem Hotel Sacher in

Wien

der Nachtschwärmer hier: jemand, der noch spät ausgeht

das Geselchte geräuchertes Schweinefleisch

Leberknödelsuppe(4 Portionen):

11Rindsuppe 1 Ei

120 g Rindsleber Knoblauch

30 g Fett Semmelbrösel

Zwiebel Majoran, Pfeffer,

Petersilie Salz

2Semmeln

In 30 Gramm Fett lässt man etwas feingehackte Zwiebel und Petersiliengrünes anlaufen. Dies vermengt man mit 120 Gramm feinst faschierter Leber, rührt darunter 2 geweichte, ausgedruckte und passierte Semmeln und 1 ganzes Ei, würzt mit Salz, Pfeffer. Majoran und zerdrücktem Knoblauch Dann vermischt man das Ganze mit Semmelbröseln und stellt es in den Kühlschrank. Nach einigem Rasten formt man kleine Knödel, die in Salzwasser 10 Minuten gekocht werden. Abgetropft in die fertige Rindsuppe einlegen.

Erklärungen:

hacken zerkleinern

faschieren Fleisch in einer Maschine zerkleinern

passieren durch ein Sieb drücken

Wiener Schnitzel (1 Person)

150 -200 g Kalbfleisch ½ Löffel Öl Salz und Semmelbrösel

1 Ei 1 Esslöffel Milch Mehl

Das Kalbsschnitzel nicht zu dünn schneiden, gut klopfen und beide Seiten in Mehl eintauchen In einer Schüssel ein ganzes Ei, einige Tropfen Öl, 1 Esslöffel Milch und etwas Salz, gut verrühren, das Schnitzel eintauchen und dann mit Semmelbröseln panieren. Das panierte Schnitzel soll nicht zu lange liegen, sondern soll nach dem Panieren sofort gebacken werden, da sonst die Brösel feucht werden, wodurch die Panier beim Backen hart wird. Das Schnitzel in nicht zu viel Fett backen.

Erklärung:

panieren in den Bröseln wenden









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