Die Zwei-Generationen-Familie
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Die Zwei-Generationen-Familie





In ländlichen Gebieten, wo der Wohnraum nicht so teuer ist, aber auch die Versorgung mit Kinderbetreuungs-Einrichtungen nicht den Bedarf deckt, leben Großeltern oft noch mit den berufstätigen Kindern in einem Haushalt. So haben 24 % der Kinder unter 15 noch einen Großvater oder eine Großmutter im gemeinsamen Haushalt. In den Städten jedoch, wo die Familien in kleineren Wohnungen leben, wohnt der Großteil der alten Leute allein, viele von ihnen in Seniorenheimen. In der Kleinfamilie ist kein Platz mehr für eine dritte Generation. Die Statistik macht es deutlich: In einem österreichischen Haus­halt leben durchschnittlich nur 2,5 Personen, in Wien gar nur 2 Personen.

Die Frau in Österreich

Die Situation der Frau in Österreich ist im Grunde nicht viel anders als in den meisten westeuropäischen Ländern. In der Werbung kommt auch die Österreicherin hauptsächlich als kochende und putzende, stets glückliche Hausfrau und Mutter oder als Sexobjekt vor.

Tatsächlich, das haben Soziologen festgestellt, ist in Österreich alles, was mit dem Haushalt zusammenhangt, Sache der Frauen. Ja man weiß sogar, dass viele Österreicherinnen zu Hause die Schuhe für die ganze Familie putzen müssen. Sind die Österreicherinnen wirklich so glücklich dabei? Immerhin sind 57% aller Frauen zwischen 15 und 60 berufstätig. Die 1,2 Millionen berufstätiger Frauen sind 40% aller Beschäftigten in Österreich. Diese Frauen haben einen um vier bis sechs Stunden längeren Arbeitstag als die Männer. Und österreichische Männer sind theoretisch durchaus dafür. dass der Ehemann einer berufstätigen Frau die Hälfte der Hausarbeit abnimmt. Die Praxis sieht aber anders aus. Nur 29% der Ehemänner helfen tatsächlich im Haushalt. immerhin kümmern sich aber mehr als die Hälfte der Männer um ihre Kinder. (1977 waren es nur 30 Prozent.) So leiden die Frauen unter der Doppelbelastung von Beruf und Haushalt.

Die Mehrheit der Österreicher sieht in der Berufstätigkeit von Müttern eher ein notwendiges Übel als ein anzustrebendes Ziel. Warum gehen dann so viele Frauen arbeiten Die Antwort ist einfach: das Einkommen des Mannes reicht meistens für den Lebensstandard der Familie nicht.

Heute stehen den Österreicherinnen alle Schulen und Berufe offen. Allerdings haben Frauen keine wirkliche Chancengleichheit. Sie werden bis zu 35% Frauen schlechter bezahlt als Männer. Frauen findet man vor allem in unqualifizierten Berufen. Nur wenige erreichen leitende Positionen in Wirtschaft und Verwaltung. Auch im Parlament und in der Regierung sind nur wenige Frauen vertreten. Eine Berufsgruppe, in der sich Frauen allerdings erstaunlich weit durchsetzen konnten, sind die Unternehmer So sind heute rund ein Drittel aller Unternehmer Frauen. vor allem in den Branchen Fremdenverkehr und Einzelhandel.



Der Staat hat durch viele Gesetze dafür gesorgt, dass Frauen den Männern gleichgestellt sind. So muss eine Ehefrau nicht mehr automatisch den Namen ihres Mannes tragen. Es gilt das Prinzip der „partnerschaftlichen Ehe", in der die Frau dem Mann nicht mehr wie früher untergeordnet ist, auch sind Hausarbeit und Kindererziehung einer Berufsarbeit rechtlich gleichgestellt. Besonders zugunsten berufstätiger Mütter existieren in Österreich viele Bestimmungen. So brauchen Mütter acht Wochen vor und nach der Geburt nicht zu arbeiten. Trotzdem bekommen sie ihren vollen Lohn Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres ihres Babys haben sie Anspruch auf „Karenzurlaub". (Der steht jetzt auch Vätern zu.)

Der Staat bezahlt das Karenzgeld, der Arbeitsplatz bleibt gesichert trotz mancher vorbildlicher Gesetze sind Frauen in Österreich noch in vielem benachteiligt. Alte und neue Rollenbilder bestehen heute nebeneinander. Nur Hausfrau und Mutter zu sein, genügt auch vielen Österreicherinnen nicht mehr, auch wenn sie sich Familie und Kinder wünschen. Sinkende Eheschließungszahlen, niedrige Geburtenraten und hohe Scheidungszahlen sind die Folgen.

Erklärungen:

der Karenzurlaub. -e (österr.) Erziehungsurlaub

Die Jugend

Kann man überhaupt von „der Jugend" sprechen? Schließlich ist die Situation der rund 1,2 Millionen Personen, die zwischen 15 und 24 Jahren alt sind, sehr unterschiedlich. Das Leben eines jungen Gastarbeiters verläuft sicher anders als das eines gleichaltrigen Österreichers, und ebenso gibt es Unterschiede zwischen der Jugend in der Stadt und auf dem Land, zwischen Studenten und Arbeitern.

Österreich wird immer älter! Innerhalb des Landes lässt sich ein West-Ost-Gefälle feststellen: viel Jugend im Westen, wenig im Osten.

Was kennzeichnet nun die österreichische Jugend der Gegenwart? Nun, sie ist jedenfalls in einem Klima materiellen Wohlstandes aufgewachsen. Das merkt man schon am Standard ihrer persönlichen Ausrüstung: ein Kassettenrecorder, ein Fahrrad und eine Schiausrüstung gehören zum Standardrepertoire. Die Konsumwünsche der jungen Leute sind groß, ihr Budget aber meistens klein. Das ergibt viel „Frust". Man ärgert sich über die Abhängigkeit von den Eltern. Die meisten Jugendlichen wohnen ja zu Hause. Sie sind Lehrlinge oder. besuchen eine Schule. Fast 200 000 junge Österreicher/innen studieren an den Universitäten und Hochschulen des Landes. Aber viele wissen nicht genau, was sie einmal beruflich tun werden. Man macht einmal die Matura, dann wird man schon sehen. (1955war der Anteil der Burschen und Mädchen mit Matura an der gleichaltrigen Bevölkerungsgruppe nur 5.6 %, heute sind es rund 25 %.) Jedenfalls kostet die Schule die Schüller viel Energie. Verbringt ein Hauptschüler schon 37- 44 Stunden wöchentlich mit Lernen, sind es in der Oberstufe des Gymnasiums bis zu 55! Und mindestens 20% der Oberstufenschüler bekommen Nachhilfe. Die Freizeit ist also knapp. Kino, Disco und Sport sind die beliebtesten Freizeitaktivitäten. Jeder vierte Schüler und jeder neunte Lehrling erlernt ein Musikinstrument. Und je weniger Freizeit man hat, desto mehr verwendet man sie für Fernseh- oder Videoberieselung daheim. Sexuelle Beziehungen werden eingegangen. heiraten wollen die meisten jedoch nicht vor 26. Und dann wollen sie einander treu sein und zwei Kinder haben.

Politik interessiert nur ganz wenige, und kritisch ist auch die Einstellung gegenüber der Kirche. Zwar sind 92 % der Jugendlichen getauft, doch besuchen nur 20 % regelmäßig den Sonntagsgottesdienst.

Wie in anderen Ländern spielen auch in Österreich Konsum- und Freizeitinteressen eine zentrale Rolle im Leben der Jugendlichen, um die herum sie ihre anderen Lebensbereiche organisieren möchten.

Erklärungen:

die Nachhilfe Privatunterricht für (schlechtere) Schüler

die Fernsehberieselung ständiges Fernsehen. ohne wirklich aufzupassen

Ethnische Gruppen

Das heutige Österreich ist 1918 als deutschsprachiger Reststaat aus einer Vielvölker-Monarchie hervorgegangen. Daher haben 98 % der Bevölkerung Deutsch als Muttersprache und es gibt nur kleine nationale Minderheiten. In gemischtsprachigen Siedlungsgebieten leben entlang der südöstlichen Grenzen 12.000 Menschen mit ungarischer, 22.000 mit kroatischer und 16.000 mit slowenischer Muttersprache. Ethnische Minderheiten werden durch die Bundesverfassung und ein Volksgruppengesetz geschützt. Im Bundesland Kärnten zum Beispiel gab es allerdings jahrzehntelang deutschnationale Kampagnen gegen das Recht der Slowenen auf gemischtsprachige Schulen, Slowenisch als Amtssprache oder zweisprachige Ortsschilder. Seit dem Zerfall Jugoslawiens ist das „Minderheitenproblem" jedoch im Interesse „gutnachbarschaftlicher Beziehungen" mit Slowenien so gut wie gelöst.

Ausländische Wohnbevölkerung

In Österreich leben etwa 720.000 Ausländer (9 %), also Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft. Nicht mitgerechnet sind also jene, die in den letzten 20 Jahren „eingebürgert" wurden, von den Alteingesessenen jedoch als „Ausländer" empfunden werden, weil sie entweder nicht akzentfrei Deutsch sprechen oder sich deutlich zur Kultur ihres Herkunftslandes bekennen. Am höchsten ist der Ausländeranteil in Wien (16 %) und in Vorarlberg (14 %). Etwa die Hälfte dieser Ausländer lebt schon seit über 20 Jahren im Land. Die meisten davon sind sogenannte Gastarbeiter und deren Familien. 326.000 kommen aus einem Nachfolgestaat des ehemaligen Jugoslawiens. 142.000 kommen aus der Türkei. Mit 60.000 stellen deutsche Staatsangehörige die drittgrößte Gruppe. 1993 wurden Gesetze beschlossen, die den Zuzug nach und den Aufenthalt von Ausländern in Österreich reglementieren bzw. einschränken. Seit dieser Zeit ging die Zuwanderung aus dem Ausland kontinuierlich zurück.

Die Religion

Religion und Kirche: ein Land von „Taufschein – Katholiken“.

Ungefähr 84 % der Österreicher sind römisch-katholisch. Nur wenige sind allerdings praktizierende Katholiken. Ihren Anteil schätz man auf nicht mehr als 30 %. Das Verhältnis der Österreicher zur Religion ist stark von der Tradition bestimmt. Man gehört eben einer Kirche an Genauso sind Taufe, eine kirchliche Hochzeit und ein kirchliches Begräbnis Selbstverständlichkeiten auch für jene, die der Religion ansonsten eher gleichgültig gegenüberstehen. Bis zum Jahre 1938 gab es eine enge Bindung der katholischen Kirche an den Staat. Der Kaiser hatte seit der Gegenreformation die Rolle eines Schutzhelms der katholischen Kirche. Das „Bündnis von Thron und Altar" hielt bis 1918. In der Ersten Republik übernahm die Christlichsoziale Partei die Rolle des Monarchen. Die Kirche glaubte, nicht ohne den Schutz des Staates auskommen zu können. Die Unterstützung einer politischen Partei, die autoritär regierte schadete ihr jedoch sehr und führte zu einer Kirchenfeindlichkeit vieler Sozialdemokraten. Nach 1945 zog sich die Kirche aus der Parteipolitik zurück. Das hat zu einem guten Verhältnis zum Staat und zu den beiden großen politischen Parteien geführt, das bis heute anhält. Nicht ganz 5 % der Österreicher sind protestantisch Sie sind heute den Katholiken völlig gleichgestellt. An der Universität Wien haben sie sogar eine eigene theologische Fakultät. Auch wenn die katholische Kirche sich heute nicht mehr in die Politik einmischt, bleibt ihr eine wichtige Rolle, im öffentlichen Leben In den Schulen gibt es obligaten Religionsunterricht. allerdings mit Abmeldemöglichkeit. Auch in der Ausbildung der Lehrer ist die katholische Kirche noch immer stark vertreten, und ihre karitative Arbeit ist beachtlich Ohne religiöse Bekenntnis sind ungefähr 6 % der Österreicher. 76 000 Menschen -hauptsächlich Gastarbeiter - bekennen sich in Österreich zum Islam, der damit die drittgrößte Religionsgemeinschaft im Lande darstellt.

Erklärungen:

Die Taufe, -n Sakrament der Aufnahme in die

christliche Kirche

Das Begräbnis, -se ein Toter bekommt ein Begräbnis;

Bestattung

beachtlichgroß, bedeutend

Die Sprache









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