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Сборник текстов и тематических материалов





КОНОНОВА Г.А.

MATERIALSAMMLUNG ZUM

THEMA

„ÖSTERREICH“

АВСТРИЯ

Сборник текстов и тематических материалов

(учебное пособие).

Череповец 2011 г.

Учебное пособие подготовлено для работы по дисциплине «Практический курс основного (немецкого языка)» и адресовано студентам специальностей 031001 Филология, 032700.62 Филология очной формы обучения.

Пособие содержит тексты и подборку аутентичных тематических материалов лингвострановедческого характера, которые могут быть использованы как на аудиторных занятиях, так и в режиме самостоятельной работы студентов.

После текстов даются лингвострановедческие пояснения, необходимые для понимания содержания и расширения лингвострановедческой компетенции обучающихся.

Данное учебное пособие может быть также использовано студентами других специальностей, изучающими немецкий язык как второй иностранный, магистрантами, аспирантами, а также всеми, интересующимися Австрией, ее историей и национально-культурными особенностями.

Land der Berge (Bundeshymne)

Worte: Paula Preradovic (1881-1951)/1947

Weise: Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

 

Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker,

Land der Dome, Land der Hämmer, zukunftsreich!

Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet

für das Schöne, vielgerühmtes Österreich,

vielgerühmtes Österreich.

 

Heiß umfehdet, wild umstritten,

liegst dem Erdteil du inmitten

einem starken Herzen gleich.

Hast seit frühen Ahnentagen

hoher Sendung Last getragen,

vielgeprüftes Österreich.

 

Mutig in die neuen Zeiten

frei und gläubig sich uns schreiten,

arbeitsfroh und hoffnungsreich.

Einig laß in Brüderchören,

Vaterland, dir Treue schwören,

vielgeliebtes Österreich.

 

Wolfgang Amadeus Mozart komponierte 1791, wenige Woche vor seinem Tode, die Kantate „Laut verkünde unsre Freude“. Diesem wurde bei der Erstdruckausgabe 1792 vom Verleger Josef Hraschnsky der Schlußchor „lasst uns mit geschlungen Händen, Brüder, diese Arbeit enden“ hinzugefügt. 1805 erhielt dieser Chor den neuen Text „Brüder reicht die Hand zum Bunde“ und wurde in dieser Fassung sehr bekannt.



Ein Ministerratsbeschluß vom 22. Oktober 1946 erklärte die Liedmelodie zur Österreichischen Bundeshymne. Die Dichterin Paula Preradovic schuf 1947 den Text der Hymne.

 

Bundesländer mit ihren Eckdaten per 19. Mai 2010

Kürzel Bundesland Hauptstadt Bevöl kerung Flä che Einwoh ner Städte Gemein den
B Burgen land Eisenstadt 283.954 3.961, 71,6
K Kärnten Klagenfurt am Wörthersee 559.019 9.538, 58,7
Nieder österreich St.Pölten 1.608. 19.186, 83,8
Ober österreich Linz 1.411. 11.979, 117,8
S Salzburg Salzburg 530.488 7.156, 74,0
St Steiermark Graz 1.208. 16.401, 73,6
T Tirol Innsbruck 707.209 12.640, 55,7
V Vorarlberg Bregenz 369.294 2.601, 141,5

W Wien ---- 1.705. 414,65 4.083,0

ÖSTERREICHS LAGE IN EUROPA

Österreich ist ein Binnenstaat im südlichen Mitteleuropa. Es ist ein wichtiges Durchgangsland nach Italien und nach Südosteuropa.

Mit einer Fläche von 83 855 km2 ist Österreich nicht viel größer als Schottland und kleiner als Portugal. Es hat siebeneinhalb Millionen Einwohner und besteht aus neun Bundesländern.

Österreich ist von Osten nach Westen 590 km lang. Das ist so weit wie von Bregenz nach Paris oder von Baselnach Amsterdam Seine größte Breite von Norden nach Süden ist 290 km. Der Westen Österreichs ist nur ein 40 bis 60 km schmaler Korridor.

Landschaft

Zwei Drittel des Landes liegen in den Alpen. Nur ein Viertel ist Hügelland und Ebene. So sind weite Teile Österreichs unbesiedelt geblieben, und das Land hat eine relativ niedrige Bevölkerungsdichte Etwa 90 Einwohner leben pro Quadratkilometer (In der Bundesrepublik Deutschland sind es 247 pro km2.) Österreichs höchster Berg istder Großglockner (3 797 m).

Auf dem Weg vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer durchfließt die Donau Österreich auf einer Länge von 350 Kilometern. Die größten Nebenflüsse der Donau sind der Inn, die Salzach, die Enns, die Drau und die Mur. Schifffahrt ist nur auf der Donau möglich. Viele Flüsse werden für Kraftwerke genützt. Im Westen Österreichs ist der Rhein die Grenze. Österreich hat auch viele Seen. Die größten sind der Bodensee und der Neusiedler See.

Klima

In Österreich kann man drei Klimabereiche unterscheiden. Das alpine Klima in den Gebirgen ist niederschlagsreich. Die Sommer sind kurz und relativ kühl, die Winter lang und schneereich. Beständiges Schönwetter gibt es meistens erst im Herbst(„Altweibersommer“).

Im Alpenland und in den Ebenen herrscht das mitteleuropäische Übergangsklima vor. Atlantische Einflüsse (Westwinde)bringen im Sommer oft Gewitter, Abkühlung und „Landregen", im Winter Regen und Schnee. Bei trockenen Ostwinden oder bei Hochdruckwetter gibt es heiße Tage im Sommer und anhaltende Kälte im Winter, oft mit Nebel in den Ebenen und Sonnenschein auf den Bergen. Der Herbst ist meistens ebenfalls schön und warm.

Das pannonische Klima findet man im Osten Niederösterreichs und im nördlichen Burgenland. Einem kurzen Frühling folgt ein heißer Sommer mit geringen Niederschlägen. so dass der Boden stark austrocknet. Der Herbst ist trocken und schön, der Winter relativ kalt.

Jahreszeiten

Grundsätzlich kennen wir in ganz Österreich vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die sich aber regional unterscheiden. In den Alpen liegt im Winter teilweise von November bis April Schnee, der Herbst ist hier durch die meist sehr stabile Hochdrucklage warm und sonnig, die Fernsicht ist außergewöhnlich gut. September und Oktober sind daher beliebte Monate bei Wanderern. Die Baumblüte im Frühling beginnt in der Wachau, einem wichtigen Obst- und Weinbaugebiet westlich von Krems an der Donau, gewöhnlich Ende April, die Kirschblüte in Oberösterreich ist meist im Mai. Die sommerliche Getreideernte dagegen ist manchmal schon Ende Juli abgeschlossen.

Vegetation

Die Vegetation entspricht mehr oder weniger dem mitteleuropäischen Pflanzenbestand. Trockenes Klima und günstige Böden erlauben noch im nördlichen Weinviertel Weinbau, weniger günstige Böden und raueres Klima machen das Mühlviertel nördlich der Donau zu einem traditionellen Anbaugebiet für Kartoffeln und Gerste. Mais kann hier höchstens noch als Futtermais kultiviert werden.

Charakteristisch für die österreichische Vegetation ist der hohe Anteil an Wald. In den unteren Regionen herrschen Mischwälder vor. Ab 1.200 m gibt es meist Fichten, an der Baumgrenze finden sich Lärchen und Zirben. Die natürliche Baumgrenze liegt zwischen1800 (Voralpen) und 2400 m (Zentralalpen).

AUS DER GESCHICHTE ÖSTERREICHS.

Ostarrichi

Österreichs Geografie prägt seine Geschichte. In den Ebenen, im Hügelland und an den Rändern der Gebirge konnten sich schon sehr früh Kulturlandschaften und Staatsgebiete entwickeln. Um 1000 v. Chr. siedelten sich Illyrer, ein indoeuropäisches Volk, am Alpen-Ostrand an, wo es viele Bodenschätze gab. Von ihrem hohen zivilisatorischen Niveau zeugen Funde. die bei Hallstatt in Oberösterreich gemacht wurden. Später entstand in Kärnten Norikum, ein keltischer Staat. Die Römer dehnten dann ihr Reich bis an die Donau aus, die lange nicht nur politische Grenze, sondern auch Grenze zwischen römisch-christlicher und germanisch-heidnischer Kultur blieb. Die Römer bauten Straßen und gründeten Siedlungen, aus denen sich später österreichische Städte entwickelten: Vindobona-Wien, Lentia-Linz, Juvavum-Salzburg, Brigantium-Bregenz. Während der Völkerwanderung (4-7 Jahrhundert) wurde das Alpenvorland ein wichtiger Durchgangs- und Verbindungsraum. Germanische Völker überrannten die römischen Donau- und Alpenprovinzen. Sie stießen mit den Slawen zusammen, die ebenfalls in den Raum eingedrungen waren. Zwischen 500 und 700 wanderten die Baiern in das Land ein, nahmen es in Besitz und kolonisierten es. Karl der Große gründete nach seinem Sieg über das Reitervolk der Awaren eine Grenzmark im Raum zwischen Enns und Wien, die allerdings später von den Ungarn angegriffen wurde. Nachdem im 10. Jahrhundert auch die Ungarn besiegt worden waren, entstand diese Grenzmark zum Zweiten Mai. Die Familie der Babenberger übernahm darin die Herrschaft. Die Babenberger drängten die Ungarn weiter zurück und erweiterten die Mark nach Osten und Süden. Wien wurde ihre Residenzstadt. Aus den großen Kämpfen der Zeit hielten sie sich sehr geschickt heraus, so dass das Land unter ihrer Herrschaft eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebte. Vor allem aber verstanden es die Babenberger in den 270 Jahren ihrer Regierung ihren Besitz auf friedlichem Wege zu vergrößern. So erbten sie die Steiermark und kauften die Städte Linz und Wels.

Die Babenberger schufen das Fundament für einen eigenen österreichischen Staat. 996 taucht auch zum ersten Mai in einer Urkunde der Name Österreich als ,,Ostarrichi" (= Ost+Reich) auf. Allein durch seine Grenzlage gewann dieses Österreich schon unter den späteren Babenbergern eine große Eigenständigkeit innerhalb des Heiligen Römischen Reiches.

Epoche der Habsburger.

Habsburger haben Wien und die Schweiz errichtet. Ihre Schweizer Stammbesitzungen verloren sie allerdings schon sehr früh. In den folgenden Jahrhunderten gingen sie systematisch daran, ihre Hausmacht zu vergrößern. Das taten sie nicht zuletzt durch eine kluge Heiratspolitik. So erheiratete sich Maximilian I. 1477 Burgund und die Niederlande. Als Maximilians Sohn eine spanische Prinzessin heiratete, fiel Spanien mit seinem riesigen Kolonialreich an die Habsburger. Karl V. (1500-1558) vereinigte alle habsburgischen Länder in einer Hand. Die Habsburger waren zur mächtigsten Dynastie Europas, ihre Hausmacht zur Weltmacht geworden. Mit Recht konnte Karl V. sagen, dass in seinem Reich die Sonne nie untergehe. Später wurde dieses riesige Reich auf mehrere Linien der Familie Habsburg aufgeteilt. Die österreichisch-deutsche Linie versuchte, ihre Hausmacht im Osten weiter auszubauen. Als Kaiser Ferdinand I. 1526 Ungarn und Böhmen erbte, waren die Umrisse der späteren Österreichisch-ungarischen Monarchie festgelegt. Freilich entwickelten sich die Länder, über die die Habsburger herrschten, noch lange eigenständig. Durch die gemeinsame Dynastie entstand jedoch ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht wurden die Verbindungen der so verschiedenartigen Länder immer enger. In Wien liefen alle Verbindungen zusammen. Die Stadt entwickelte sich zur glanzvollen Metropole eines mächtigen Reiches.

Maria Theresia

Eine der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten der Habsburger war Kaiserin Maria Theresia. Als sie 1740 mit dreiundzwanzig Jahren die Regierung antrat, war Österreich ein großes und desorganisiertes Reich. Einige Fürsten wollten die Situation ausnutzen und machten der jungen, unerfahrenen Monarchin das Erbe streitig. Maria Theresias größter Gegner wurde Friedrich II. von Preußen, der Österreich in mehrere Kriege verwickelte. In der Folge musste Österreich zwar reiche Provinzen an Preußen abtreten, doch gab sich Maria Theresia nicht geschlagen. Im Gegenteil, sie war fest entschlossen, ihre Länder zusammenzuhalten und zu modernisieren. Nicht zuletzt um sich gegen ihre Rivalen durchzusetzen, leitete sie viele wichtige Reformen ein, die sich zum Teil bis heute auswirken. Zuallererst reorganisierte sie die Armee und das Finanzwesen. Aus feudalen Ländern wurde ein einheitlicher Beamtenstaat mit einer zentralen Verwaltung. Für die damalige Zeit revolutionär war die Reform des Schulwesens, die für alle Kinder eine sechsjährige Schulpflicht vorsah.

Trotz der großen Belastung durch die Regierungsgeschäfte hatte Maria Theresia Zeit für ein intensives Familienleben. Die Kaiserin führte eine glückliche Ehe und war eine begeisterte Mutter. Sie gebar sechzehn Kinder, denen sie viele Briefe mit Ratschlägen und Ermahnungen schrieb. Auch als ihre Kinder schon erwachsen und verheiratet waren, schrieb sie ihnen unverblümt ihre Meinung. Hauptsorge Maria Theresias war dabei der Kindersegen. Am liebsten hatte sie alle Throne Europas mit ihren Kindern und Enkeln besetzt. Für ihre Töchter betrieb die Kaiserin eine ehrgeizige, rücksichtslose Heiratspolitik, in der Liebe keine Rolle spielen durfte. Freilich stiftete sie auf diese Weise keine glücklichen Ehen. Die bekannteste ihrer Töchter ist Marie Antoinette, die als Königin von Frankreich während der Französischen Revolution hingerichtet wurde. Schwierig war das Verhältnis Maria Theresias zu ihrem Sohn Joseph, der seiner Mutter als deutscher Kaiser folgte und in den österreichischen Ländern Mitregent war. Seine radikalen Reformen und seine gegen die katholische Kirche gerichtete Politik fanden nur selten die Billigung der Mutter.

Beim Volk war Maria Theresia sehr beliebt. Als sie 1780 starb, herrschte echte Trauer. Ihre Leistungen als große Reformerin ehrte auch das republikanische Österreich, das ihr anläßlich ihres 200. Todestages am 29. November 1980 eine Silbermünze, eine Briefmarkenserie und eine große Ausstellung im Schloß Schönbrunn, ihrer Lieblingsresidenz, widmete. Übrigens, manche sehen in Maria Theresia die erste Karrierefrau Österreichs, die sich in Beruf, Ehe und Familie gleichermaßen verwirklichte.

Bauernkriege

...Die Bauern ziehen von Frankenburg ab, als ihnen der Oberpfleger versichert, sie gingen straffrei aus und blieben künftig von katholischen Geistlichen verschont. Aber wieder einmal halten sich die Herren nicht an ihre Zusagen. Der Statthalter Herberstorff muß zeigen, wem das Land jetzt gehört. Auf ausdrücklichen Befehl des bayrischen Kurfürsten will er exemplarisch Leichen baumeln sehen. Er befiehlt unter Androhung schwerster Strafen, dass sich die Bauern am 15.Mai 1625 auf dem Haushamer Feld versammeln (...). Jedem Erscheinenden verspricht er Straffreiheit Als 6000 Bauern sich unbewaffnet versammelt haben, droht er, sie von seinem Militär abschlachten zu lassen. Als alle, auf die Knie fallen, lässt er sich herab einen Ausschuss herauszugreifen, den er vorher unter der scheinheiligen Begründung, die Beschwerden der Bauern kennenlernen zu wollen, zu bilden ermuntert hat. Die Ausschussmitglieder, zum großen Teil angesehene Stadträte und Stadtrichter, verurteilt der oberste Soldat Bayerns in Oberösterreich zum Tod:
ohne Ermittlungen, ohne Verhör, ohne Anklage! ohne Gericht. Nur einfach deshalb, weil die wirklichen Anführer der Rebellion glücklicherweise entflohen sind. Auf einem schwarzen Mantel müssen je zwei um ihr Leben würfeln. Wer weniger Augen wirft, verfällt/dem Tod. Der Bluthund Herberstorff, beschreibt er in seinem Bericht genau, mit welch ausgewählter Symbolik er dann die 17 Opfer hat ermorden lassen „Darauf hab ich gleich unter den Linden auf dem Haushamerfeld einen Richter und zwei Räte hängen las­sen. Zu Vocklamarkt, zu Frankenburg, wo der Oberpfleger belagert worden, hab ich sieben und den Rest zu Neunkirchen zum Kirchturm hinaus, und diejenigen, die die Sturmglocken gezogen, hab ich an den Glockenseiten zum Fenster hinaushängen lassen. Die sind einen Tag und eine Nacht gehangen, dann durch den Henker wieder herabgenommen und nach Vocklamarkt geführt worden. Dort hab ich sie an der Straße nach Salzburg ( ) auf Spieße stecken lassen Durch dieses ist den Bauern, den Bürgern in den Märkten und denjenigen, die durchs Land wandern der Gewinn, den die Rebellion gehabt, genügend demonstriert worden“.

Der Oberpfleger äußert sich in seinem Bericht zufrieden über die Auswirkungen des „Frankenburger Würfelspiels“, wie die Mordtat später heißt.

„Nun zeigt sich bei den Untertanen nicht allein mit dem Kirchgang, sondern auch in anderen Dingen ein so schöner Gehorsam, dass man sich verwunden muss, und künftig wird die Obrigkeit ein viel besseres Hausen (= Regieren) haben.“

(AUS Hellmut G Haasis, Spuren der Besiegten 1)

Der Umbruch In Osteuropa

In die ausgehenden 80er-Jahre fiel auch der gesellschaftliche Umbruch in Osteuropa. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges markierte die Ostgrenze Österreichs das Ende der ,,Freien Welt". Mit dem Verschwinden des ,,Eisernen Vorhanges" verlor Österreich seine Sonderrolle zwischen Ost und West. Aus österreichischer Sicht begann alles im Sommer 1989: Im August und September flüchteten rund 16.000 DDR-Bürger - unter den Augen ungarischer Grenzsoldaten von Ungarn nach Österreich. Diese Flüchtlinge, die dann mit ihren ,,Trabis" in die BRD weiterreisten, leisteten einen wesentlichen Beitrag zum baldigen Kollaps der DDR.

Die Veränderungen in Ost- und Mitteleuropa machten auch vor den österreichischen Staatsgrenzen nicht halt. Sie beeinflussten in hohem Maße Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Österreich und das Bewusstsein der Menschen. Das Jahr 1989 bedeutete das Ende der Nachkriegszeit und in vielen Bereichen auch das Ende gewohnter Sicherheiten. Zugleich begann eine Zeit rascher und tiefgreifender Veränderungen. Weite Teile der Bevölkerung begrüßten das Ende der Diktaturen und den Wegfall des - ,,Eisernen Vorhangs", aber zugleich empfanden viele Menschen diese neue Zeit als bedrohlich, die neue Situation als unsicher.

Die nun offenen Grenzen ermöglichten es den Menschen in Osteuropa, in den Westen zu reisen und hier Arbeit zu suchen. Es kam zu einer verstärkten Wanderungsbewegung aus Osteuropa. Das seit Mitte der 80-er Jahre feststellbare Wachstum der österreichischen Bevölkerung ist auch auf die Öffnung der Ostgrenzen zurückzuführen. Das Thema ,,Ausländer" ist seit dieser Zeit ein fester Bestandteil der Innenpolitik, manchmal auch in Form von aggressiven Abwehrreaktionen.

Österreich in den 90er-Jahren

In der 2. Hälfte der 80er-Jahre begann auch ein Prozess der Neuformierung der politischen Landschaft, der sich dann in den 90er-Jahren beschleunigt fortsetzte. Die Wurzeln reichen allerdings schon in die 70er-Jahre zurück, als sich Bürgerbewegungen und Bürgerinitiativen abseits der Parteien bildeten. Sie waren das Signal für nachhaltige innenpolitische Veränderungen.

1978 wurde in einer Volksabstimmung die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf verhindert. Ausschlaggebend für den knappen Sieg der Kernkraftgegner waren aber eher parteipolitische Querelen im Zenit der SPÖ-Alleinregierung. Erst die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 brachte das endgültige Aus für die Bemühungen, das Kraftwerk doch in Betrieb zu nehmen Zwentendorf kann damit als Beginn und erster Höhepunkt einer neuen politischen Qualität gesehen werden: In mehr oder weniger lose organisierten Bürgerinitiativen zusammengeschlossene Menschen nehmen zu Entscheidungen von Politikern und Behörden Stellung und mischen sich als unmittelbar Betroffene ein. Im Konflikt um das Kraftwerk Hainburg östlich von Wien kam es in der Folge zu einer tiefgreifenden Zäsur in der politischen Landschaft der 2. Republik, die 1986 zum Einzug der ,,Grünen Alternative" ins Parlament führte. Tausende Menschen besetzten im Dezember 1984 ein zur Rodung vorgesehenes Gelände in den Donau-Auen und verhinderten damit den Baubeginn für ein sehr umstrittenes Kraftwerksprojekt. Erstmals setzte sich ökologisches Bewusstsein gegen eine am Wachstum orientierte Bau- und Energiewirtschaft durch.

Das Ende der durchformierten und durchorganisierten Gesellschaft zeichnete sich ab. Die meist sehr zentralistisch geführten Interessenverbände und Parteien gerieten in eine Identitätskrise. Die großen weltanschaulichen Lager wurden immer schwächer.

Nicht zuletzt waren es die sogenannten „neuen Mittelschichten" (junge, gut ausgebildete Bürger), die durch ihre große Mobilität und ihre Offenheit das Parteienspektrum gehörig durcheinander wirbelten. Zugleich gab es aber bei den sozial schwächeren und weniger gebildeten Schichten immer mehr Menschen, die unter dem Modernisierungsprozess und dem zunehmend schärferen Wettbewerb in der Wirtschaft litten. Diese „Modernisierungsverlierer" neigen, aus Sorge um ihre soziale Sicherheit zu oft aggressiven Abwehrreaktionen gegen „die Ausländer" und „die Politiker", Sie wandten sich enttäuscht von „ihren" Parteien SPÖ (Arbeiter) und ÖVP (Bauern, Kleingewerbler) - ab und „wanderten" größtenteils Richtung FPÖ ab. Fast alle Wahlen in den späten 80er- und in den 90er-Jahren brachten zum Teil erhebliche Verluste für SPÖ und ÖVP und große Gewinne für die FPÖ. Der FPÖ gelang es, tief in die Wählerschaft von SPÖ und ÖVP einzubrechen. Parteichef Jörg Haider stellte sich als der Anwalt des „kleinen Mannes" dar und stellte populistisch die Themen „Ausländer" und „Politikerprivilegien" in den Mittelpunkt. 1993 initiierte die FPÖ ein „Ausländer-Volksbegehren", mit dem Ziel, die Regierung zu einer rigiden Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik zu zwingen. Gegen diese Initiative bildete sich sehr schnell eine überparteiliche breite Plattform („SOS Mitmensch") und die von der FPÖ erhoffte große Zustimmung für das Volksbegehren blieb aus. Dennoch verschärfte die Regierung in den folgenden Monaten die Gesetze, die den Aufenthalt von Ausländern und Flüchtlingen in Österreich regeln.

Die FPÖ wuchs allmählich von einer Kleinpartei zur Mittelpartei heran. 1996 bei den Wahlen zum Europa-Parlament war sie nur mehr 1,5 % bzw. 2 % hinter SPÖ und ÖVP. Dieses rasante Wachstum konnte auch nicht durch die Abspaltung der kleinen liberalen Fraktion in der FPÖ (1993) gebremst werden. Die Ausgetretenen gründeten das Liberale Forum, das seit dieser Zeit im Parlament vertreten ist.

Glossar

Eiserner Vorhang- Bezeichnung für die Grenze zwischen den westlichen Ländern. und den Staaten des Warschauer Paktes. Diese Grenze war auf tschechoslowakischer und ungarischer Seite streng bewacht, vermint und mit Sicherheitskorridor und Stacheldraht gesichert und daher undurchlässig.

EU - Die EG heißt seit Ende 1993 EU (Europäische Union).

Kammer- öffentlich-rechtliche Interessenvertretung von Berufsgruppen (z. B. Ärzte-, Arbeiter-, Landwirtschaftskammer gegenüber anderen Interessengruppen und gegenüber dem Staat, es besteht Pflichtmitgliedschaft, alle Mitglieder zahlen Beiträge oder Umlagen).

Marshallplan-Hilfe- Plan des US-Generals Marshall, das vom II. Weltkrieg zerstörte Europa durch großzügige Wirtschaftshilfe wieder aufzubauen und damit den amerikanischen Einfluss in Politik und Wirtschaft abzusichern.

Nebenerwerbsbauer-Inhaber und Betreiber eines landwirtschaftlichen Betriebes, der sein Einkommen in einem anderen Beruf verdient; meist hohe Arbeitsbelastung in der Freizeit und für die Ehefrau und die Kinder.

Neutralitätsgesetz–Am 26. Oktober 1955 beschloss der österreichische Nationalrat in einem Verfassungsgesetz die immerwährende Neutralität, keinem militärischem Bündnis beizutreten und keine militärischen Stützpunkte fremder Staaten auf österreichischem Territorium zuzulassen. Der 26. Oktober ist deshalb österreichischer Nationalfeiertag.

Ortstafelkonflikt- Im Staatsvertrag hat sich Österreich zum Schutz der slowenischen und kroatischen Minderheiten verpflichtet. Daraus folgt das Recht auf zweisprachige Ortstafeln in den zweisprachigen Gebieten. Als solche nach langen Verzögerungen 1972 im slowenischen Teil Kärntens gegen einen starken Assimilationsdruck errichtet wurden, kam es zu systematischen Zerstörungsaktionen und in der Folge zu einer Radikalisierung in der Minderheitenfrage.

Ostmark -Name für Österreich im III. Reich.

Pendeln - regelmäßiges Hin- und Herfahren zwischen Wohn- und Arbeitsplatz, dazu: -r Pendler/-e Pendlerin, Tagespendler, Wochenendpendler.

Proporz- eigentlich das Verteilen von Gütern oder Ämtern nach dem Verhältnis der beteiligten Gruppen. In Österreich besonders das System, nach dem in der Zeit der Großen Koalition sämtliche einflussreichen Posten und Ämter in der Regierung oder im Einfluss der Regierung mit Vertreten der beiden etwa gleichstarken Regierungsparteien besetz wurden, um damit ein dichtes Netz von gegenseitiger Abhängigkeit und Parteieneinfluss zu schaffen.

Sozialpartnerschaft- zentraler Teil der österreichischen Realverfassung. Obwohl in keinem Gesetz festgeschrieben, verpflichten sich die Sozialpartner Arbeiterkammer. Bundeswirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer und der Österreichische Gewerkschaftsbund, Fragen der Lohn- und Tarifpolitik außerhalb der parlamentarischen Institutionen abzuklären.

Staatsvertrag- Vertrag zwischen den Siegermächten Frankreich, Großbritannien, UdSSR, USA (den Signatarstaaten) und Österreich; unterzeichnet am 15, Mai 1955 in Wien; durch den Staatsvertrag erhielt Österreich nach zehnjähriger Besatzung die volle Souveränität als demokratischer Staat zurück und verpflichtete sich u. A. zum Anschlussverbot an Deutschland und zum Schutz seiner slowenischen und kroatischen Minderheiten.

Ständestaat- Bezeichnung für die autoritäre Regierung nach Ausschaltung des Parlaments 1934 durch Bundeskanzler Dollfuß bis zum Anschluss an Hitler-Deutschland 1938: Verbot politischer Parteien, Verfassung auf christlicher und ständischer Grundlage nach Vorbild des italienischen Faschismus.

Südtirolfrage- Im Friedensvertrag von St. Germain verlor Österreich den südlichen Teil Tirols an Italien. Vor allem während des italienischen Faschismus (1922-1943) kam es zu einer tiefgreifenden Italienisierung und Unterdrückung der deutschen Sprache und Kultur. Nach dem II. Weltkrieg hofften die Sudtiroler vergeblich auf das Selbstbestimmungsrecht. 1946 unterzeichneten der österreichische und der italienische Außenminister das Pariser Abkommen, das Südtirol weitgehende Autonomierechte versprach. Als diese verzögert und unterlaufen wurden, eskalierte der Konflikt in den frühen sechziger Jahren in einer Serie von Sprengstoffanschlägen. Auf politischer Ebene wurde daraufhin das Südtirolpaket ausgehandelt.

Südtirolpaket Maßnahmen zur Erweiterung und Sicherung der Autonomie Südtirols. Es regelt z. B. das Recht auf den Gebrauch der Muttersprache bei den Behörden, Autonomie in Schulfragen, Stellenvergabe nach ethnischem Proporz, Aufwertung der Provinz im Justizbereich.

 

DIE BEVÖLKERUNG

Einwohner:8 Millionen, davon 720.000 Ausländer (9%)

Bevölkerungsdichte:96 Einwohner pro km2

Geburten pro Frau:1,4

Bevölkerungswachstum: 1,4%

Durchschnittliche Lebenserwartung: Männer 73 Jahre; Frauen 80 Jahre

Landessprache: 98% Deutsch

Minderheiten: 0,6% Slowenisch, Kroatisch und Ungarisch

Konfessionen: 84% Katholiken, 4,5% Protestanten, 3,8% Moslems


 

Bevölkerungsstruktur

DIE FAMILIE

Familienpotitik

In Österreich dominiert die Ein- und Zweikindfamilie, die jungen Ehepaaren einen höheren Lebensstandard erlaubt. Verhütungsmittel zur Familienplanung stellen kein Tabu dar und der Schwangerschaftsabbruch ist bis zu einer Frist von drei Monaten legal. Eine Familie hat in Österreich durchschnittlich 1,2 Kinder, wobei die Geburtenbilanz in West-Österreich hoher ausfällt als im dichter bevölkerten Osten (Wien: 0,9 Kinder). Junge Familien werden durch verschiedene gesetzliche Maßnahmen und Regelungen ermuntert, mehr Kinder zu bekommen. Das beginnt bei Mutterschutzregelungen für die Zeit vor und nach der Geburt und Karenzurlaub für Mutter oder Vater. Eine Geburtenbeihilfe wird ausgezahlt, wenn während und nach der Schwangerschaft ärztliche Kontrollen durchgeführt werden, die in einem „Mutter-Kind-Paß " vorgeschrieben sind. Darüber hinaus bezieht die Mutter vom Staat eine nach der Kinderanzahl gestaffelte monatliche Familienbeihilfe. Auch wenn die Anzahl der Kinder pro Familie insgesamt wieder etwas steigt, gibt es immer mehr Lebensgemeinschaften von Männern und Frauen ohne Kinder.

Die Jugend

Kann man überhaupt von „der Jugend" sprechen? Schließlich ist die Situation der rund 1,2 Millionen Personen, die zwischen 15 und 24 Jahren alt sind, sehr unterschiedlich. Das Leben eines jungen Gastarbeiters verläuft sicher anders als das eines gleichaltrigen Österreichers, und ebenso gibt es Unterschiede zwischen der Jugend in der Stadt und auf dem Land, zwischen Studenten und Arbeitern.

Österreich wird immer älter! Innerhalb des Landes lässt sich ein West-Ost-Gefälle feststellen: viel Jugend im Westen, wenig im Osten.

Was kennzeichnet nun die österreichische Jugend der Gegenwart? Nun, sie ist jedenfalls in einem Klima materiellen Wohlstandes aufgewachsen. Das merkt man schon am Standard ihrer persönlichen Ausrüstung: ein Kassettenrecorder, ein Fahrrad und eine Schiausrüstung gehören zum Standardrepertoire. Die Konsumwünsche der jungen Leute sind groß, ihr Budget aber meistens klein. Das ergibt viel „Frust". Man ärgert sich über die Abhängigkeit von den Eltern. Die meisten Jugendlichen wohnen ja zu Hause. Sie sind Lehrlinge oder. besuchen eine Schule. Fast 200 000 junge Österreicher/innen studieren an den Universitäten und Hochschulen des Landes. Aber viele wissen nicht genau, was sie einmal beruflich tun werden. Man macht einmal die Matura, dann wird man schon sehen. (1955war der Anteil der Burschen und Mädchen mit Matura an der gleichaltrigen Bevölkerungsgruppe nur 5.6 %, heute sind es rund 25 %.) Jedenfalls kostet die Schule die Schüller viel Energie. Verbringt ein Hauptschüler schon 37- 44 Stunden wöchentlich mit Lernen, sind es in der Oberstufe des Gymnasiums bis zu 55! Und mindestens 20% der Oberstufenschüler bekommen Nachhilfe. Die Freizeit ist also knapp. Kino, Disco und Sport sind die beliebtesten Freizeitaktivitäten. Jeder vierte Schüler und jeder neunte Lehrling erlernt ein Musikinstrument. Und je weniger Freizeit man hat, desto mehr verwendet man sie für Fernseh- oder Videoberieselung daheim. Sexuelle Beziehungen werden eingegangen. heiraten wollen die meisten jedoch nicht vor 26. Und dann wollen sie einander treu sein und zwei Kinder haben.

Politik interessiert nur ganz wenige, und kritisch ist auch die Einstellung gegenüber der Kirche. Zwar sind 92 % der Jugendlichen getauft, doch besuchen nur 20 % regelmäßig den Sonntagsgottesdienst.

Wie in anderen Ländern spielen auch in Österreich Konsum- und Freizeitinteressen eine zentrale Rolle im Leben der Jugendlichen, um die herum sie ihre anderen Lebensbereiche organisieren möchten.

Erklärungen:

die Nachhilfe Privatunterricht für (schlechtere) Schüler

die Fernsehberieselung ständiges Fernsehen. ohne wirklich aufzupassen

Ethnische Gruppen

Das heutige Österreich ist 1918 als deutschsprachiger Reststaat aus einer Vielvölker-Monarchie hervorgegangen. Daher haben 98 % der Bevölkerung Deutsch als Muttersprache und es gibt nur kleine nationale Minderheiten. In gemischtsprachigen Siedlungsgebieten leben entlang der südöstlichen Grenzen 12.000 Menschen mit ungarischer, 22.000 mit kroatischer und 16.000 mit slowenischer Muttersprache. Ethnische Minderheiten werden durch die Bundesverfassung und ein Volksgruppengesetz geschützt. Im Bundesland Kärnten zum Beispiel gab es allerdings jahrzehntelang deutschnationale Kampagnen gegen das Recht der Slowenen auf gemischtsprachige Schulen, Slowenisch als Amtssprache oder zweisprachige Ortsschilder. Seit dem Zerfall Jugoslawiens ist das „Minderheitenproblem" jedoch im Interesse „gutnachbarschaftlicher Beziehungen" mit Slowenien so gut wie gelöst.

Ausländische Wohnbevölkerung

In Österreich leben etwa 720.000 Ausländer (9 %), also Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft. Nicht mitgerechnet sind also jene, die in den letzten 20 Jahren „eingebürgert" wurden, von den Alteingesessenen jedoch als „Ausländer" empfunden werden, weil sie entweder nicht akzentfrei Deutsch sprechen oder sich deutlich zur Kultur ihres Herkunftslandes bekennen. Am höchsten ist der Ausländeranteil in Wien (16 %) und in Vorarlberg (14 %). Etwa die Hälfte dieser Ausländer lebt schon seit über 20 Jahren im Land. Die meisten davon sind sogenannte Gastarbeiter und deren Familien. 326.000 kommen aus einem Nachfolgestaat des ehemaligen Jugoslawiens. 142.000 kommen aus der Türkei. Mit 60.000 stellen deutsche Staatsangehörige die drittgrößte Gruppe. 1993 wurden Gesetze beschlossen, die den Zuzug nach und den Aufenthalt von Ausländern in Österreich reglementieren bzw. einschränken. Seit dieser Zeit ging die Zuwanderung aus dem Ausland kontinuierlich zurück.

Die Religion

Religion und Kirche: ein Land von „Taufschein – Katholiken“.

Ungefähr 84 % der Österreicher sind römisch-katholisch. Nur wenige sind allerdings praktizierende Katholiken. Ihren Anteil schätz man auf nicht mehr als 30 %. Das Verhältnis der Österreicher zur Religion ist stark von der Tradition bestimmt. Man gehört eben einer Kirche an Genauso sind Taufe, eine kirchliche Hochzeit und ein kirchliches Begräbnis Selbstverständlichkeiten auch für jene, die der Religion ansonsten eher gleichgültig gegenüberstehen. Bis zum Jahre 1938 gab es eine enge Bindung der katholischen Kirche an den Staat. Der Kaiser hatte seit der Gegenreformation die Rolle eines Schutzhelms der katholischen Kirche. Das „Bündnis von Thron und Altar" hielt bis 1918. In der Ersten Republik übernahm die Christlichsoziale Partei die Rolle des Monarchen. Die Kirche glaubte, nicht ohne den Schutz des Staates auskommen zu können. Die Unterstützung einer politischen Partei, die autoritär regierte schadete ihr jedoch sehr und führte zu einer Kirchenfeindlichkeit vieler Sozialdemokraten. Nach 1945 zog sich die Kirche aus der Parteipolitik zurück. Das hat zu einem guten Verhältnis zum Staat und zu den beiden großen politischen Parteien geführt, das bis heute anhält. Nicht ganz 5 % der Österreicher sind protestantisch Sie sind heute den Katholiken völlig gleichgestellt. An der Universität Wien haben sie sogar eine eigene theologische Fakultät. Auch wenn die katholische Kirche sich heute nicht mehr in die Politik einmischt, bleibt ihr eine wichtige Rolle, im öffentlichen Leben In den Schulen gibt es obligaten Religionsunterricht. allerdings mit Abmeldemöglichkeit. Auch in der Ausbildung der Lehrer ist die katholische Kirche noch immer stark vertreten, und ihre karitative Arbeit ist beachtlich Ohne religiöse Bekenntnis sind ungefähr 6 % der Österreicher. 76 000 Menschen -hauptsächlich Gastarbeiter - bekennen sich in Österreich zum Islam, der damit die drittgrößte Religionsgemeinschaft im Lande darstellt.

Erklärungen:

Die Taufe, -n Sakrament der Aufnahme in die

christliche Kirche

Das Begräbnis, -se ein Toter bekommt ein Begräbnis;

Bestattung

beachtlichgroß, bedeutend

Die Sprache

Glossar.

Bundesrat zweite Kammer des Parlaments (= Länderkammer); die Abgeordneten werden von den Bundesländern entsprechend dem Bevölkerungsanteil und der Stärke der politischen Parteien nominiert

Neutralität Verfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 zur immer währenden Neutralität Österreichs nach dem Vorbild der Schweiz; Forderung aus dem Staatsvertrag und Anlass für den Nationalfeiertag

Staatsvertrag volle Souveränität Österreichs, Abzug der Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg, unterzeichnet am 15. Mai 1955

Verfassungsgerichtshof oberstes Gericht in Verfassungsfragen

BILDUNGSWESEN IN ÖSTERREICH

ALLGEMEINES

Obligatorische Schulzeit: 9 Jahre

Bildungsgrad der Bevölkerung über 15 Jahre:

Gesamtschülerzahl: 6.438.980

weiblich: 3.382.434

männlich: 3.056.546

Pflichtschule:

männlich: 29,4 % 961.719

weiblich: 50,3 % 1.712.714

Lehrabschluss:

männlich: 45,0 % 1.344.217

weiblich: 23,3 % 725.147

Matura:

männlich: 6,8 % 1 60.306 (AHS)

weiblich: 6,4 % 172.738

männlich: 6,1 % 1 70.803 (BHS)

weiblich: 4,3 % 124.738

Nach Matura:

männlich: 0,7 % 20.171 (z. B. PädAK)

weiblich: 1 ,6 % 53.115

Universität:

männlich: 6,4 % 169.444

weiblich: 3,8 % 89.042

Studiendauer:

ca. 12 Semester

Semesterferien:

Sommer 9 Wochen

Ostern 10 Tage

Weihnachten 2 Wochen

Struktur

In Österreich wurde zum ersten Mal im Jahr 1774 eine allgemeine (damals 6-jährige) Schulpflicht eingeführt. Aber erst 100 Jahre später konnte sie auch wirklich durchgesetzt werden, als nämlich der Staat die Kontrolle und die Aufsicht über die Schulen von der Kirche übernahm. Seither haben ständige Reformen das österreichische Bildungssystem verändert und entwickelt. Besonders die 20er- und die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts haben entscheidend das heutige Bildungs- und Schulsystem beeinflusst und zum vorläufig letzten Stand geführt.

Im internationalen Vergleich ist das österreichische Bildungssystem eher als elitär zu bezeichnen. Denn bereits ab der 5. Schulstufe erfolgt eine Trennung in zwei Schultypen: Hauptschule oder Allgemeinbildende Höhere Schule (AHS). Die Lehrpläne dieser beiden Schultypen sind identisch. Die Schüler werden aber von unterschiedlich ausgebildeten Lehrern unterrichtet (siehe auch Lehrerausbildung), darüber hinaus sind regionale Unterschiede in der Verteilung der Schüler nach der vierten Schulstufe der Volksschule festzustellen. Besonders in bestimmten ländlichen Regionen besuchen fast alle Schüler die Hauptschule, während in Ballungszentren ein großer Teil der Schüler die Unterstufe der AHS besucht.

Die Schulpflicht in Österreich beträgt 9 Jahre. Absolventen der Hauptschule und Abbrecher der AHS, die sich für keine weiterführende Schule entscheiden, besuchen den „Polytechnischen Lehrgang" und machen anschließend eine Ausbildung zu einem Lehrberuf in einem Betrieb (mit verpflichtendem Besuch der Berufsschule über 8 Wochen pro Jahr).

Die Verteilung der Jugendlichen im 16. Lebensjahr sah um 1990 etwa so aus:

• 47 % absolvierten eine Lehre im dualen System

• 33 % waren in allgemeinbildenden oder berufsbildenden höheren Schulen mit

dem Ziel Maturaabschluss

• 18 % besuchten eine berufsbildende mittlere Schule ohne Maturaabschluss

• 2 % blieben überhaupt ohne schulische oder berufliche Ausbildung

Kinder mit besonderen geistigen oder physischen Behinderungen können ihre Schulpflicht auch in einer der zehn unterschiedlichen Typen einer Sonderschule absolvieren (z. B. für Blinde, Erziehungsschwierige, geistig Behinderte usw.). Der Anteil der Sonderschüler pro Jahrgang beträgt ungefähr 3 %.

Ziel der AHS (der „Gymnasien") ist es, mit einem Angebot sehr unterschiedlicher Fächer eine breite Allgemeinbildung zu vermitteln und auf ein Studium vorzubereiten, wobei unterschiedliche Typen dieser Schulen neben allgemeiner Ausbildung auch verschiedene Schwerpunkte setzen, wie z. B. Fremdsprachen, Naturwissenschaften, wirtschaftliche Fächer, musische Gegenstände usw.

Die verschiedenen (wirtschaftsorientierten oder mehr technisch ausgerichteten) Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) dauern ein Jahr länger, schließen ebenso wie die AHS mit der Matura ab, vermitteln aber gleichzeitig auch eine höhere berufliche Ausbildung. Voraussetzung für den Zugang zu einer Universität ist im Normalfall die Reifeprüfung. Nur für wenige, meist künstlerische oder sportliche, Studien ist zusätzlich die Ablegung einer Eignungsprüfung erforderlich. Bei den Fachhochschul-Studiengängen können Ergänzungsprüfungen vorgeschrieben werden, wobei auch eine einschlägige Berufspraxis als Zulassungskriterium ausreichend sein kann. Unter gewissen Voraussetzungen (einschlägige berufliche Praxis, Ablegung von Prüfungen in bestimmten Fächern an einer Einrichtung der Erwachsenenbildung - „Studienberechtigungsprüfung") ist auch ein Studium an der Universität ohne Matura möglich.

Von einem bestimmten Notendurchschnitt („Numerus clausus") ist die Zulassung zu einem Studium in Österreich prinzipiell nicht abhängig. Gerade dies ist aber umstritten, immer wieder wird das Prinzip der offenen Universität, des freien Zugangs zu Universitäten von politischen und gesellschaftlichen Gruppen in Frage gestellt. Die Selektion an Österreichs Universitäten ist aber sehr hoch: durchschnittlich beenden weniger als die Hälfte der Studienanfänger die universitäre Ausbildung.

Alle Universitäten und 90 % der Schulen sind staatlich. Die Zeugnisse oder meisten der restlichen privaten (großteils kirchlichen) Schulen werden aber anerkannt. Der Besuch der öffentlichen Schulen ist kostenlos, auch für keine der acht österreichischen Universitäten müssen Studiengebühren bezahlt werden.

Im Unterschied zu den Schulen gibt es nur ca. 40 % öffentliche, aber 60 % private, häufig kirchliche oder betriebliche Kindergärten. Der Besuch kostet Geld, ist aber nicht verpflichtend. Das wäre auch gar nicht möglich, da die vorhandenen Kindergartenplätze gerade ausreichen, die Hälfte der in Österreich lebenden Kinder aufzunehmen.

Fast alle Volks- und Hauptschüler besuchen die Schule an fünf Tagen der Woche, in fast allen mittleren und höheren Schulen ist auch am Samstag Unterricht. - Eine Regelung, die von der überwiegenden Mehrheit der Schüler auch getragen wird. Üblicherweise endet der Schulalltag am frühen Nachmittag, sportliche, musische Gegenstände oder zusätzliche Freifächer werden auch am späteren Nachmittag angeboten. Die Zahl der Ganztagsschulen steigt zwar, ist mit 5 % aber sehr gering.

Seit 1975 werden in allen öffentlichen Schulen Buben und Mädchen gemeinsam unterrichtet, es gelten auch in allen Gegenständen für beide Geschlechter dieselben Inhalte. Ziemlich dicht ist auch das Netz nicht schulischer Bildungseinrichtungen und der Erwachsenenbildung. Österreichweit einheitlich organisiert sind die sogenannten Musikschulen und Volkshochschulen, daneben existieren aber noch zahlreiche örtliche Bildungsinstitutionen. Zirka 10 % der Österreicher besuchen einzelne Veranstaltungen der Erwachsenenbildung, etwa 250.000 Österreicher nehmen regelmäßig an Kursen teil. Auch der Abschluss verschiedener AHS und BHS ist für Erwachsene in Abendkursen möglich.

Das österreichische Bildungssystem ist zentral für das ganze Bundesgebiet einheitlich organisiert. Eine österreichische Besonderheit liegt darin, dass alle Änderungen des Schulsystems nur mit einer Zweidrittelmehrheit des Parlaments (des Nationalrats) beschlossen werden können.

 

 

 


Fremdsprachenunterricht

Mindestens eine lebende Fremdsprache wird an jeder österreichischen Schule unterrichtet, mit wenigen Ausnahmen ist dies Englisch. Der fremdsprachliche Unterricht beginnt mit einer Vorschulung in der dritten und vierten Klasse der Grundschule.

In den wirtschaftlich orientierten BHS und den Gymnasien mit sprachlichem Schwerpunkt lernen die Schüler noch eine zweite lebende Fremdsprache, in den Gymnasien kann auch eine dritte lebende Fremdsprache gewählt werden. Als zweite (und dritte) Fremdsprache wird neben Französisch immer häufiger Spanisch, Italienisch und auch Russisch gewählt. Je nach Typ wird in den Gymnasien bis zu 6 Jahren Latein als Pflichtfach unterrichtet. Der Fremdsprachenunterricht umfasst in der Regel drei Stunden pro Woche.

Deutsch als Zweitsprache wird an österreichischen Pflichtschulen je nach Anzahl der Schüler mit nicht deutscher Muttersprache in unterschiedlichem Ausmaß unterrichtet. In den AHS und BHS ist das Angebot an Stunden für Deutsch als Zweitsprache sehr eingeschränkt.

Das Angebot in der Erwachsenenbildung für Deutsch als Fremdsprache und in privaten Sprachschulen ist groß und nimmt ständig zu. Auch an allen österreichischen Universitäten werden Deutsch als Fremdsprache-Kurse angeboten. Will man als Ausländer an einer österreichischen Universität studieren, ist neben dem Nachweis der Studienberechtigung im Heimatland auch die Ablegung der sogenannten „Universitätssprachprüfung" für Deutsch als Fremdsprache an einer österreichischen Universität Voraussetzung.

Berufswahl

Hohes Ansehen genießen Ärzte und Handwerker, Politiker werden am wenigsten

geschätzt.

Die tatsächliche Berufsentscheidung sieht aber folgendermaßen aus:

ungefähr 50 % der jungen Menschen wählen einen Lehrberuf, wobei die gefragtesten Lehrberufe Einzelhandelskaufmann, Tischler, Kraftfahrzeugmechaniker, Koch, Bürokaufmann, Friseur, Maurer und Elektroinstallateur sind.

Von Einzelfällen einmal abgesehen, verirren sich nach wie vor kaum Mädchen in traditionelle Männerberufe und umgekehrt. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung hat ergeben, dass für 6 von 10 weiblichen Lehrlingen überhaupt nur die Berufe Verkäuferin, Sekretärin und Friseurin in Frage kommen.

Die Berufsberatung ist in Österreich auf verschiedenen Ebenen organisiert: in den höheren Schulen sind einzelne Lehrer (die sogenannten Schülerberater) mit diesen Aufgaben betraut, in allen Landeshauptstädten existieren sogenannte schulpsychologische Beratungsstellen, an allen Universitäten gibt es Studienberatungsstellen, die auch kostenlose Hilfe bei Lern- und Prüfungsproblemen anbieten.

In den größeren Städten vermitteln sogenannte Arbeitsämter nicht nur freie Stellen, sondern führen auch Beratungstätigkeiten durch. Die Effizienz dieser staatlichen Einrichtungen wird in den Medien und von den bürgerlichen politischen Parteien häufig bemängelt. Als eine ihrer politischen Forderungen wird auch immer wieder die Privatisierung dieser Einrichtungen genannt.

 

Glossar

Allgemeinbildung- Erziehungsprinzip der österreichischen Gymnasien: durch ein breites Angebot vieler unterschiedlicher Unterrichtsgegenstände soll eine allgemeine Ausbildung vermittelt werden, die die Schüler befähigt, alle Fachrichtungen an den Universitäten zu studieren.

Ganztagsschule - eine in Österreich relativ wenig verbreitete Schulform, in der die Kinder den ganzen Tag in der Schule bleiben, dort essen, lernen und Hausaufgaben machen, der Schultag endet hier jeden Tag erst am Abend.

Gegenstand - österreichischer Ausdruck für Unterrichtsfach.

Matura - Abschlussprüfung der österreichischen höheren Schulen, die zu einem Studium an einer Universität berechtigt.

Musikschule - österreichweit organisierte Bildungseinrichtungen, die für Interessierte eine Ausbildung in Instrumentalmusik, Gesang und Musiktheorie anbietet; für die Ausbildung müssen (relativ niedrige) Studiengebühren bezahlt werden.

Volkshochschule - die größte österreichweit organisierte Institution der Erwachsenenbildung, in der gegen Studiengebühren Kurse unterschiedlichster Richtungen angeboten werden.

 

Nationale Besonderheiten der Österreicher

Einige Thesen zu Österreich und den ÖsterreicherInnen

Österreich - ein sozial orientierter Staat

Wenn man versucht, die soziale Lage eines Staates zu analysieren, ist es unerlässlich, einen Ausgangspunkt dieser oder jener sozialen Politik zu finden.

Der heutige Status des sozial orientierten Staates hat Österreich Bruno Kreisky zu verdanken. Die „Ära Kreisky" kann man als Blütezeit Österreichs bezeichnen.

Studium, Schule, Bildung

· In Österreich müssen sich Studenten ihr Studium selbst organisieren - sie

müssen Verantwortung übernehmen.

· In Österreich studiert man relativ lange (etwa von 19/20 bis 26/27). Eine

Studiendauer von 14 Semestern ist normal.

· An den Unis in Österreich gibt es keinen Numerus Clausus und auch keine

Aufnahmeprüfungen (außer in Fächern wie Sport, Kunst, Musik...)

Arbeit

· Auch in Österreich hat sich in den letzten Jahren die Situation am Arbeitsmarkt sichtlich verschlechtert, die Zahl der Arbeitslosen steigt.

· Viele Menschen wechseln ihre Arbeit immer öfter. Früher war es oft üblich, lange in einer Firma zu arbeiten. Das wird in Zukunft sicher eher die Ausnahme. Von den Arbeitnehmern wird immer mehr Flexibilität erwartet.

· Viele Firmen bieten in letzter Zeit nun mehr freie Dienstverträge, d.h., man ist nicht mehr bei der Firma fix angestellt, man muss sich selber versichern. Im Wesentlichen hat man dadurch mehr Freiheit und viele soziale Nachteile (z.B. kein Pensionsanspruch).

· Nur wenige Menschen arbeiten in der Pension weiter.

Zeitbegriffe

· In Österreich beginnt und endet alles früher. Ladenöffnungszeiten, Arbeitsbeginn,

Schulbeginn... Man geht früher schlafen und steht früher auf. Kleinkinder

gehen sehr bald schlafen. Das "Betthupferl" ist schon um 17.55 im

Fernsehen!

· In Österreich sind alle Geschäfte am Sonntag und an Feiertagen

geschlossen. Die meisten Geschäfte schließen am Samstag schon zu Mittag,

nur einige große Lebensmittelgeschäfte haben bis 17.00 geöffnet. Unter der

Woche sind die Geschäfte bis 18.00 geöffnet, Lebensmittelgeschäfte an

manchen Tagen auch bis 19.30.

· Österreicher bemühen sich zwar um Pünktlichkeit, sind aber trotzdem oft

fünf Minuten verspätet. (Die Deutschen sind da viel genauer.)

Telefon

· In Österreich sind Ortsgespräche per Telefon nicht kostenlos, darum

telefonieren Österreicher viel weniger als in Russland. Nach 21.30-22.00

ruft man in Österreich niemanden mehr an (außer sehr gute Freunde,

Studenten).

· Handys (Mobiltelefone) sind relativ billig geworden in den letzten paar

Jahren. Fast jeder Österreicher besitzt bereits ein Handy und es

werden noch immer mehr.

· In den letzten Jahren hat man die Möglichkeit aus einer Menge privater

Festnetzanbieter zu wählen, und so viel billiger zu telefonieren als über

die Telekom Austria (Post).

Fernsehen

· In Österreich sieht man viel weniger fern. Wenn Besuch kommt, wird der

Fernseher abgeschaltet (unhöflich!). Insgesamt gibt es weniger

Fernsehgeräte in jeder Wohnung.

„Offensichtliches"

· In Österreich legt man weniger Wert auf Äußerlichkeiten; z. B. auf Kleidung,

Make-up, Frisuren etc.

· In Österreich schminken sich Frauen viel weniger - Natürlichkeit wird

bevorzugt. Beim Fortgehen sieht man allerdings v.a. bei jüngeren Mädchen

sehr viel Glimmer und Glitzer und ein Trend geht in Richtung Metallic-

Farben.

Geld

· In Österreich ist nicht so viel mit Geld oder über Beziehungen machbar,

zumindest nicht so direkt...

· In Österreich sind Wasser, Gas, Strom und Heizung sehr teuer.

· In Österreich sind die Betriebskosten (Heizung, Strom, Wasser, Gas...) viel

höher als in Russland.

· In Österreich ist das Einkommen höher.

Dienstleistungen

· In Österreich sind Verkäufer/Verkäuferinnen höflicher als in Russland, weil sie Angst vor der Konkurrenz haben - Dienstleistungen funktionieren besser.

· In Österreich gibt es relativ wenige Probleme ein Produkt, das schadhaft ist oder mit dem man nicht zufrieden ist, zu reklamieren (umzutauschen oder das Geld zurückzufordern).

Eltern, Kinder

· In Österreich werden Kinder früh zur Selbstständigkeit erzogen. Der Trend, "Wunderkinder" zu erziehen, geht zurück.

· In Österreich lernt der Großteil der Kinder ein Musikinstrument. Dafür zeichnen und malen sie nicht so viel.

· In Österreich helfen die Eltern ihren Kindern weniger als in Russland (z.B. auf die Enkelkinder aufpassen, Probleme für die Kinder lösen...).

Mann, Frau - Liebe, Beziehung

· In Österreich sind die Frauen emanzipierter als in Russland. Viele Männer bedauern das, weil sie sich so auch umstellen müssen.

· In Österreich gibt es relativ wenige Kavaliere der alten Schule.

· Die österreichischen Männer: Macho oder Weichei? Sie haben es wirklich nicht leicht, es den Frauen recht zu machen...

· In Österreich heiratet man viel später/seltener und auch Kinder bekommt man viel später (durchschnittlich 1,4 Kinder), Dadurch gerät die Bevölkerungsstruktur aus dem Gleichgewicht (immer mehr alte Menschen, immer weniger junge).

Jugend

· In Österreich sind Jugendliche problembewusster/kritischer. Sie diskutieren gerne über verschiedene gesellschaftliche und politische Probleme und haben (meist) eine klare Meinung, die sie vertreten.

· In Österreich haben viele Jugendliche relativ viel Geld zur Verfügung (Taschengeld, selber erarbeitetes Geld - durch Teilzeitarbeit oder Arbeit in den Ferien). Sie sind daher ein interessantes Zielpublikum für die Wirtschaf t und diese reagiert dementsprechend darauf.

Öffentliches Leben (Versicherungen)

· In Österreich haben alle Menschen mehrere Versicherungen, z.B. Haushaltsversicherung, Kfz-Haftpflichtversicherung (Auto), Rechtsschutzversicherung...

· In Österreich bekommen alle Menschen, die sozial versichert sind, eine gute ärztliche Behandlung. Einen Großteil der Kosten bezahlt die Versicherung.

Gesundheit

· In Österreich ist den Leuten ihre Gesundheit sehr wichtig: Man geht z.B. zweimal jährlich zum Zahnarzt zur Kontrolle. Außerdem hat man einen eigenen Impfpass.

· Es wird sehr viel in der Prophylaxe (Erhaltung der Gesundheit, Vermeidung von Krankheiten) getan, d.h. der Arzt hat oft auch die Funktion eines "Gesundheitsberaters".

Wohnen

· In Österreich hat man mehr Platz zum Leben (Wohnungen) - es leben nicht so viele Menschen in einem Haushalt.

· Es gibt keine Kommunalwohnungen. Studenten leben in WG's (Wohngemeinschaften), weil das billiger kommt.

· Sehr viele Österreicher mieten ein Leben lang eine Wohnung.

· Viele Österreicher bauen ein Haus im Grünen oder kaufen ein Reihenhaus.

· Dafür nimmt man bei der Bank Kredite mit einer langen Laufzeit.

Umwelt

· In Österreich spielt Umweltschutz eine große Rolle, daher ist in Österreich die Umwelt relativ sauber.

Fortgehen

· Viele Österreicher gehen gerne zu Mittag in ein Restaurant essen oder am Nachmittag in ein Kaffeehaus.

· Oft trifft man sich mit seinen Freunden im Kaffeehaus (oder in einem Lokal), seltener zu Hause.

"Nationalcharakter" - Klischees, Vorurteile

· Die Österreicher haben manche andere Charaktereigenschaften1, pünktlich, demokratisch, oft unzufrieden, nehmen ihre Arbeit sehr (zu?) ernst,...

· Österreicher sind nicht so gastfreundlich - wenn man "zu einem Kaffee" eingeladen wird, dann bekommt man wirklich nur einen Kaffee und einen Kuchen oder Keks dazu.

· Österreicher sind sehr ungeduldig. Sie stellen sich nie um etwas an, ohne die Nerven zu verlieren oder zu nörgeln.

· Österreicher geben sich ständig die Hand (beim Begrüßen und Verabschieden).

 

Regionale Bräuche werden von Vereinen in ganz Österreich aufrechterhalten. Bräuche umfassen vor allem Musik, Tanz, Theater, Dichtung, Schnitzerei und Stickarbeiten. Eine groß









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